Prävention: Was lässt sich erreichen, was nicht?

Fachleute gehen davon aus, dass sich die Rate an Darmkrebserkrankungen in Deutschland deutlich senken ließe. Aktuelle Statistiken zeigen tatsächlich, dass in den letzten Jahren die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht. Wahrscheinlich spielen dabei verschiedene Faktoren eine Rolle, so eine Erläuterung der deutschen Krebsregister. Achten mehr Menschen auf einen gesünderen Lebensstil, dann sinkt insgesamt die Zahl der Darmkrebserkrankungen. Für einzelne Faktoren wie Sport und Bewegung oder Abnehmen bei Übergewicht liegen bereits konkrete Zahlen aus Studien vor. Sie zeigen zum Beispiel, dass das Darmkrebsrisiko bei körperlich aktiven Menschen geringer ist.

Hinzu kommt der Effekt von Früherkennungsmaßnahmen: Bei einer Darmspiegelung können Krebsvorstufen  gleich entfernt werden. Ein Tumor entsteht dann gar nicht erst. Wenn mehr Menschen an solchen Untersuchungen teilnehmen, dann erkranken insgesamt weniger Menschen an Darmkrebs.

Um welchen Anteil die Darmkrebsrate aber insgesamt gesenkt werden könnte, ist eine schwer zu beantwortende Frage: Das Zusammenspiel der vielen Einzelfaktoren ist komplex. Risikofaktoren beeinflussen sich gegenseitig, manche sind noch nicht gut genug untersucht. Auch der tatsächliche Effekt von Früherkennungsuntersuchungen ist noch nicht abschließend in Studien überprüft.

Warum lohnt es sich trotzdem, die heutigen Empfehlungen zum Lebensstil und zur Früherkennung zu berücksichtigen? Die meisten bekannten Maßnahmen wirken sich nicht nur auf das Darmkrebsrisiko aus, sondern gelten auch als allgemein gesundheitsfördernd. Sie wirken der Entstehung anderer Tumorarten ebenso entgegen wie beispielsweise einer Zuckerkrankheit oder dem Risiko von Bluthochdruck, Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

Auch zu Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung gibt es bereits mehrere Studien: Sie belegen, dass Menschen, die daran teilnehmen, seltener an Darmkrebs sterben.

Trotz gesunder Lebensweise betroffen?

Kann man eine Darmkrebserkrankung ausschließen, wenn man sich an die empfohlenen Maßnahmen hält? Die Antwort lautet: Nein. Die Aussagen beruhen auf Studien an großen Bevölkerungsgruppen – also auf statistischen Wahrscheinlichkeiten. Einzelschicksale lassen sich daraus nicht ableiten. Selbst Menschen, die sehr gesund leben und keine angeborenen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen haben, können an einem Tumor erkranken - "Fehler" im genetischen Code entstehen vermutlich oft rein zufällig.

Die Diagnose einer Darmkrebserkrankung bedeutet also nicht, etwas falsch gemacht oder übersehen zu haben oder gar "Schuld" an der Erkrankung zu tragen.

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