Ernährung, Bewegungsarmut, Rauchen und Alkohol als Krebsrisiko

In Beobachtungsstudien an großen Bevölkerungsgruppen konnten Wissenschaftler mehrere Lebensstilfaktoren ausmachen, die das Darmkrebsrisiko beeinflussen. Dazu gehört unter anderem körperliche Aktivität: In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass bereits 30 bis 60 Minuten Bewegung täglich das Risiko für Darmkrebs senken. Dabei unterscheidet man nicht zwischen Sport im eigentlichen Sinn und anstrengender Alltagstätigkeit in Beruf oder Freizeit.

Auch Übergewicht zählt zu den wichtigen Risikofaktoren für Darmkrebs: Menschen mit einem "Body Mass Index" größer als 25 haben ein höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit nimmt weiter zu, je stärker das Übergewicht ist. 

Um das Thema Ernährung gab es in den letzten Jahren viele Diskussionen in der Fachwelt - dafür hatten zum Teil widersprüchliche Ergebnisse großer Beobachtungsstudien gesorgt: Während einige Studien einen Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und Darmkrebs zeigten, sahen andere keine Assoziation. Bei einigen Ernährungsbestandteilen ist man inzwischen sicher, dass sie einen Effekt auf das Darmkrebsrisiko haben. Bei anderen sind weitere Studien notwendig.

So empfehlen Fachleute eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe finden sich in Getreideprodukten oder Hülsenfrüchten, aber auch in Obst und Gemüse. Außerdem sollte man möglichst wenig rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) und verarbeitetes Fleisch (etwa Wurst) verzehren. Weißes Fleisch, also vor allem Geflügel, hat allerdings keinen messbaren Einfluss auf das Darmkrebsrisiko. Auch die Rolle von Fisch wurde untersucht: Trotz Hinweisen auf eine schützende Wirkung reicht die Datenlage bisher nicht aus, um zu einem erhöhten Fischkonsum zu raten, so die aktuelle Leitlinie "Kolorektales Karzinom".

Eine ballaststoffreiche Ernährung scheint das Darmkrebsrisiko zu senken, entscheidender ist aber die Vermeidung von Übergewicht. 

Auch bei Obst und Gemüse sind die Daten bisher insgesamt nicht eindeutig: Die Verringerung des Darmkrebsrisikos durch eine vorwiegend pflanzliche Ernährung scheint nur gering zu sein. Darüber hinaus ist nicht klar, welche Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel entscheidend sind. Dennoch empfehlen Experten eine obst- und gemüsereiche Ernährung: Sie senkt auch das Risiko für weitere Erkrankungen, etwa für eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Faustregel wird oft "Fünf am Tag" zitiert, also fünf Portionen Obst und/oder Gemüse pro Tag. 

Was viele Menschen überraschen wird: Auch der Konsum von Tabak steigert das Darmkrebsrisiko. Der Zusammenhang mit dem Rauchen ist zwar nicht so stark wie bei Lungenkrebs. Die vorliegenden Studienergebnisse reichen Fachleuten jedoch aus, um auch zur Senkung des Darmkrebsrisikos den Verzicht auf Zigaretten und andere Tabakprodukte zu empfehlen.

Bei Alkohol sind Experten sich allerdings einig, dass ein übermäßiger Konsum das Darmkrebsrisiko erhöht. Was bedeutet in diesem Zusammenhang übermäßig? Eine echte Grenze, unter der Alkohol als ungefährlich gilt, kann man nicht festlegen. Wer trotzdem nicht ganz auf Alkohol verzichten möchte, sollte nach Ansicht von Fachleuten die Menge beschränken, mehr dazu im Text "Alkohol als Krebsrisikofaktor".

Keinen Zusammenhang haben Wissenschaftler dagegen zwischen Darmkrebsrisiko und Kaffee- oder Teekonsum feststellen können: Weder scheint er schützend zu wirken, noch schädigend.

 

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